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Calcium
Funktionen

Calcium ist ein für den Menschen unverzichtbarer - essentieller - Mineralstoff und gehört zu der Gruppe der Erdalkalimetalle.

Der Calciumgehalt des menschlichen Körpers beträgt bei der Geburt 25-30 Gramm (0,8 % des Körpergewichts) und etwa 1000 bis 1300 Gramm bei erwachsenen Menschen (bis 1,7 % des Körpergewichts).

Etwa 99 % des gesamten Calciumbestandes im Körper befinden sich extrazellulär - im Plasma liegend - in den Knochen und Zähnen und machen 39 % des Gesamtmineralstoffgehaltes des Knochens aus [1, 2, 10, 20]. Nur circa 1 % des Körpercalciums ist in anderen Körpergeweben (etwa 7 Gramm) und Körperflüssigkeiten (etwa 1 Gramm) vorhanden [6]. Der intrazelluläre Calciumgehalt ist damit zehntausendfach niedriger als der extrazelluläre Calciumanteil [6].


In Abhängigkeit vom pH-Wert lassen sich im Extrazellulärraum drei verschiedene Calciumfraktionen unterscheiden. Etwa die Hälfte des Gesamtcalciums im Serum findet sich in ionisierter, freier Form, 40 bis 45 % des Plasmacalciums sind an Bluteiweiße - Albumin oder Globulin - und etwa 5 bis 10 % an niedermolekulare Liganden - Citrat, Phosphat, Sulfat oder Carbonat - gebunden [1, 2, 6, 10, 15, 17].


In den Knochen und Zähnen ist Calcium überwiegend in der Form von ungelöstem Calciumphosphat beziehungsweise Hydroxylapatit zu finden.

Ionisiertes beziehungsweise freies Calcium stellt die biologisch aktive Form dar und wird homöostatisch kontrolliert [2, 6, 10, 17].

 

Hormonelle Regulation der Calcium-Homöostase

Calcium übt in Knochen und Zähnen Stützfunktionen aus und ist unter anderem an der Muskelkontraktion, der Neurotransmitterabgabe, dem Sehvorgang sowie der Zelldifferenzierung und -proliferation beteiligt. Damit der Mineralstoff für solche lebenswichtigen Prozesse zur Verfügung stehen kann, muss die extrazelluläre freie beziehungsweise ionisierte Calciumkonzentration in engen Grenzen konstant gehalten werden [2, 4, 15, 17].

Für die Aufrechterhaltung eines normalen Calcium-Serumspiegels ist ein komplexes hormonelles Regelsystem zuständig. Zudem sind verschiedene Calciumkompartimente und Organe, wie Knochen, Niere und Darm, an der Calciumhomöostase beteiligt [4].

 

Für die Regulation des Calciumstoffwechsels sind folgende Hormone zuständig

  • Parathormon
  • Calcitriol beziehungsweise 1,25-Dihydroxycholecalciferol - 1,25(OH)2D3 -
  • Calcitonin

Parathormon, Calcitriol und Calcitonin beeinflussen die Calciumresorption - sowohl im Knochen als auch im Darm - sowie die Calciumausscheidung über die Niere und regulieren Calciumbewegungen zwischen den verschiedenen Kompartimenten, insbesondere dem Knochen und dem extrazellulären Milieu [1, 2, 6, 15, 17].

Ein Versagen der Calciumkompartimente und Organe führt zur Freisetzung von Calcium aus dem Skelett und damit zu einem Verlust der Knochenmasse, der mit einer Schwächung der mechanischen Stabilität des Knochens einhergeht [1].

 

Des Weiteren spielt die nahrungsabhängige Calciumzufuhr eine wesentliche Rolle [6].

Der essentielle Mineralstoff muss in ausreichender Menge aufgenommen werden, da er insbesondere während des Wachstums im Knochen eingelagert und während der lebenslangen Remodellierung des Knochens benötigt wird. Zudem sollte ausreichend Calcium zum Ersetzen von Verlusten über den Darm, die Nieren und den Schweiß zur Verfügung stehen [6].

Bei beispielsweise niedriger Calciumaufnahme mit der Nahrung kommt es zum Abfall der extrazellulären freien Calciumkonzentration. In Folge dessen werden vor allem Parathormon und Calcitriol vermehrt frei gesetzt, um den Calciumspiegel im Serum zu normalisieren [6].

Eine dauerhaft unzureichende Calciumzufuhr über die Nahrung kann zu einer negativen Calciumbilanz führen, das heißt die Calciummenge, die aus den Knochen transportiert und über den Darm sowie die Niere ausgeschieden wird, übersteigt die Calciumaufnahme [1, 6, 10].

 

Veränderungen der extrazellulären freien Calciumkonzentration werden von den Nebenschilddrüsenzellen über spezifische Membranproteine, so genannte Calciumsensoren, wahrgenommen.

Neben den Zellen der Nebenschilddrüse können Calciumsensoren auch von den C-Zellen der Schilddrüse - calciumabhängige Freisetzung von Calcitonin -, und Nierenzellen - calciumabhängige Synthese des aktiven Calcitriols - sowie von Osteoklasten und Darmepithelien exprimiert werden [5].

 

Extrazelluläre freie Calciumkonzentration niedrig - Parathormon und Calcitriol

Bei einem Abfall des Calcium-Serumspiegels - infolge einer ungenügenden Zufuhr oder erhöhten renalen Verlusten - wird Parathormon (PTH), ein aus 84 Aminosäuren bestehendes Peptidhormon, in den Nebenschilddrüsenzellen vermehrt gebildet und im Anschluss ausgeschüttet.

PTH stimuliert an der Niere die Expression der 1alpha-Hydroxylase und damit die Bildung des Calcitriols, die bedeutendste metabolisch aktive Form von Vitamin D [1, 2, 6, 10].

1,25(OH)2D3 wirkt synergistisch mit Parathormon. Beide Hormone entfalten ihre Wirkung am Knochen, am Darm und an der Niere.

 

Am Knochen stimulieren Parathormon und Calcitriol die Osteoklastenaktivität und damit den Abbau von Knochengewebe, wodurch Calcium aus den Knochen in den Extrazellulärraum mobilisiert wird. Da Calcium in Form von Phosphatsalzen im Skelettsystem eingelagert ist, werden gleichzeitig auch Phosphationen aus den Knochen freigesetzt - enge Korrelation des Calcium- und Phosphatstoffwechsels.

 

Im Dünndarm fördert Parathormon zusammen mit Calcitriol sowohl die aktive Aufnahme von Calcium und Phosphat in die duodenale Bürstensaummembran als auch den Transport von Calcium und Phosphat in den Extrazellulärraum [1, 2, 6, 10, 17].

1,25(OH)2D3 reagiert mit dem Vitaminrezeptor der Zellen der Dünndarmschleimhaut - Enterozyten - und führt so zu einer vermehrten Synthese des calciumtransportierenden Proteins Calbindin 9K [9]. Dieses befördert Calcium - im Zusammenhang mit Phosphat - an die basolaterale Membran. Dort wird Calciumphosphat durch eine Calcium-ATPase und einen sekundär aktiven Natrium-Calcium-Austauschcarrier aus dem Dünndarm in die Blutbahn abgegeben - „fascilitated diffusion“ [2].

Bei einem hohen Calcium-Serumspiegel ist dieser Transportmechanismus gesättigt, damit die extrazelluläre freie Calciumkonzentration nicht weiter ansteigt [6].

 

In der Niere stimulieren die Hormone die tubuläre Calciumrückresorption. Im Gegenzug hemmen Parathormon und Calcitriol die renale tubuläre Reabsorption von Phosphat. Schließlich wird die Ausscheidung des Phosphats erhöht, welches sich durch Mobilisation von Calciumphosphat aus dem Knochen beziehungsweise durch Resorption aus dem Darm vermehrt angesammelt hat. Durch den Abfall der Phosphat-Serumkonzentration wird zum einen das Ausfallen von Calciumphosphat im Gewebe verhindert und zum anderen die Calciumfreisetzung aus dem Knochen stimuliert - zugunsten der Calcium-Serumkonzentration [1].

 

Das Resultat der Effekte von Calcitriol und Parathormon auf die Calciumbewegungen zwischen den einzelnen Kompartimenten bei geringem Calcium-Serumspiegel ist eine Zunahme der extrazellulären freien Calciumkonzentration.

 

Längerfristig erhöhte 1,25(OH)2D3-Plasmaspiegel hemmen die Parathormon-Synthese und -Ausschüttung sowie die Proliferation von Nebenschilddrüsenzellen, was zu einer raschen Normalisierung der Calciumkonzentration im Serum führt. Dieser Mechanismus verläuft über die Vitamin D3-Rezeptoren der Nebenschilddrüsenzellen. Besetzt 1,25(OH)2D3 diese für sich spezifischen Rezeptoren, kann das Vitamin auf den Stoffwechsel des Zielorgans Einfluss nehmen [1, 6].

 

Extrazelluläre freie Calciumkonzentration hoch - Calcitonin

Eine Zunahme des extrazellulären ionisierten Calciums veranlasst die C-Zellen der Schilddrüse, welche eine Veränderung der Calcium-Serumkonzentration über Calciumsensoren wahrnehmen, vermehrt Calcitonin zu synthetisieren und frei zu setzen. Calcitonin ist ein Peptidhormon, bestehend aus 32 Aminosäuren. Es hemmt am Knochen die Aktivität der Osteoklasten und damit den Abbau von Knochengewebe. Schließlich wird die Calciumeinlagerung in das Skelett gefördert. Zugleich stimuliert Calcitonin die renale Calciumausscheidung. Das Peptidhormon ist demnach bei erhöhtem Calcium-Serumspiegel für die Senkung der extrazellulären Calciumkonzentration zuständig.

Calcitonin stellt einen direkten Antagonisten zum Parathormon dar.

Infolge einer hohen Calcium-Serumkonzentration wird parallel zur Calcitoninausschüttung die Sekretion von Parathormon und die davon gesteuerte Produktion von Calcitriol verhindert. Das Ergebnis ist eine verminderte Freisetzung von Calcium aus dem Knochen, eine reduzierte Calciumresorption im Darm sowie Diffusion in den Extrazellulärraum, eine gehemmte renale tubuläre Rückresorption und somit eine erhöhte Calciumausscheidung über die Niere. Im Anschluss fällt die extrazelluläre freie Calciumkonzentration ab und der Calcium-Serumspiegel normalisiert sich [1, 2, 6, 15, 17].

 

Calciumbilanz

Das Knochengewebe besteht aus knochenabbauenden Zellen - Osteoklasten - und Knochen bildenden Zellstrukturen - Osteoblasten. Osteoklasten kerben über die Bildung eines „extrazellulären Lysosoms“ eine Lakune in die Knochenoberfläche, die wiederum von Osteoblasten durch Bildung einer neuen Knochenmatrix aus Kollagen und Osteocalcin aufgefüllt und neu mineralisiert wird. Demnach sind sowohl Osteoklasten als auch Osteoblasten für die Erneuerung, den Umbau und die Reparatur des Knochens unerlässlich [1, 2, 6].

 

Während der Wachstumsphase im Kindes- und Jugendalter überwiegt die Osteoblastenaktivität, das heißt es findet ein ständiger Knochenaufbau statt. Dabei wird viel Calcium in den Knochen eingelagert. Zudem werden hohe Mengen des Mineralstoffs im Darm resorbiert.

Die gesteigerte Calciumaufnahme und -speicherung in jungen Jahren ist insbesondere für die Ausreifung des Knochens von essentieller Bedeutung. Aufgrund dessen ist im kindlichen Organismus der in den Knochen sowie Darm aufgenommene Calciumanteil signifikant höher als die Calciummenge, die über die Niere sowie dem Darm ausgeschieden wird. Im Kindes- und Jugendalter liegt damit eine positive Calciumbilanz vor - vorausgesetzt, die Calciumzufuhr ist ausreichend [6].

Etwa bis zum 30. Lebensjahr ist die maximale Knochenmineralstoffmasse beziehungsweise die höchste Knochendichte - peak bone mass - erreicht [1, 10, 18].

 

Ab dem 30. Lebensjahr besteht über mehrere Lebensjahrzehnte hinweg eine ausgeglichene Calciumbilanz, wobei die Menge an Calcium, die von den Knochen und vom Darm aufgenommen wird, etwa mit dem Calciumanteil, der im Rahmen von Umbauvorgängen aus den Knochen freigesetzt und über die Niere und dem Darm ausgeschieden wird, korreliert [1]. Damit die Calciumbilanz nicht negativ wird sollte auf eine ausreichende Calciumaufnahme über die Nahrung geachtet werden.

Trotz eines ausgeglichenen Calciumstoffwechsels nimmt die Knochendichte ab dem 30. Lebensjahr kontinuierlich ab. Bei gesunden Menschen kommt es jedes Jahr zu einem Verlust von etwa 1 % an Knochenmineralstoffmasse [10].

Mit zunehmendem Alter überwiegt die Aktivität der Osteoklasten die der Osteoblasten. Aus dem verstärkten Abbau an Knochengewebe resultiert eine hohe Mineralstofffreisetzung. Schließlich wird mehr Calcium ausgeschieden, welches aus den Knochen stammt, als aufgenommen. Ältere Menschen weisen daher eine negative Calciumbilanz auf [1, 10, 13].

 

Insbesondere nimmt bei Frauen nach der Menopause aufgrund des veränderten Östrogenstatus die Knochenmasse zunehmend ab [10]. Untersuchungen zufolge konnte bei weiblichen Personen ein Beginn des Verlustes an Knochen- und Mineralstoffsubstanz am Oberschenkelhals ab dem Alter von 37 und an der Wirbelsäule ab dem Alter von 48 Jahren beobachtet werden [13].

 

Eine negative Calciumbilanz stellt einen Risikofaktor für die Entstehung von Osteoporose - Knochenschwund - dar [10]. Je niedriger die peak bone mass ist, umso höher ist das Osteoporose-Risiko [10].

Die maximal erwerbbare Knochenmineralstoffmasse wird vorrangig durch Erbfaktoren beeinflusst. Eine wesentliche Rolle spielen aber auch das Bewegungsverhalten und eine dauerhaft ungenügende Calciumaufnahme. Sowohl Bewegungsmangel als auch eine unzureichende Calciumzufuhr wirken sich negativ auf den Knochenstoffwechsel aus und erhöhen die Gefahr, an Osteoporose zu erkranken.

Neben Frauen nach der Menopause, die aufgrund des Östrogenmangels ein besonders hohes Osteoporose-Risiko tragen, findet sich die Knochenerkrankung auch zunehmend bei Männern [10].

Mit Hilfe von Studien konnte bei postmenopausalen Frauen gezeigt werden, dass die Höhe der Calciumaufnahme eng mit dem Risiko für Hüftfrakturen verknüpft ist [11].

Eine Calciumgabe von 800 bis 1000 mg pro Tag führte bei Frauen nach der Menopause zu einer reduzierten Aktivität der Osteoklasten [12], wodurch der Knochenabbau beziehungsweise der Verlust an Knochenmasse aufgehalten und damit die Frakturhäufigkeit vermindert werden konnte [8, 14].

 

Eine ausreichende Zufuhr von Vitamin D ist für die Osteoporose-Prävention ebenfalls von wichtiger Bedeutung. Vitamin D stimuliert - zusammen mit Parathormon - die intestinale Calciumabsorption, die Knochenresorption sowie -mineralisierung und ist für die Aufrechterhaltung der extrazellulären freien Calciumkonzentration unerlässlich. Durch eine adäquate Vitamin D-Zufuhr, insbesondere durch eine kombinierte Gabe von Calcium und Vitamin D, lässt sich bei älteren Menschen die Calciumbilanz verbessern und die Frakturrate verringern [7, 16, 19].

 

Ein Mangel an Vitamin D führt zur Beeinträchtigung des Calcium- und Phosphatstoffwechsels (unzureichende intestinale Resorption und renale Reabsorption) und somit zu niedrigen extra- sowie intrazellulären Calcium- und Phosphatkonzentrationen. Aus Vitamin D-, Calcium- und Phosphatdefiziten resultieren Mineralisationsstörungen der Knochen. Zu den Folgen gehören Knochenerweichungen und entsprechende Skelettveränderungen (Rachitis bei Kindern und Osteomalazie bei Erwachsenen) [1, 2].

 

 

Weitere wichtige Funktionen des Calciums

 


Skelett und Zähne
  • Stabilität des Skelettsystems - neben der Kollagenmatrix stellen Calciumsalze den stabilisierenden Faktor des Skelettsystems dar; Calcium übt zusammen mit anorganischem Phosphat in Form des Hydroxylapatits in Knochen und Zähnen Stützfunktionen aus und verleiht dem Knochen Kraft zur Aufrechterhaltung der Körperform [3, 6, 10, 17]
  • Speicherfunktion - Calciumphosphat dient dem Skelettsystem als Reservoir für die Aufrechterhaltung einer konstanten Calciumkonzentration im Serum von 2,5 mmol/L (10 mg/dL) (Bereich 2,25-2,75 mmol/L); bei unzureichender Zufuhr über die Nahrung oder starken renalen Verlusten von Calcium und Phosphat werden die gespeicherten Mineralstoffe aus den Knochen frei gesetzt und in den Extrazellulärraum mobilisiert - zu Lasten der Knochenstabilität -, um einen Abfall der Calcium-Serumkonzentration zu verhindern [3, 6, 17] 

Gelöstes sowie freies Calcium ist an der Regulation zahlreicher intra- und extrazellulärer Prozesse beteiligt. Dabei sichert das extrazelluläre Calcium den ständigen Nachschub für die calciumabhängigen intrazellulären Vorgänge. Calcium gelangt durch Diffusion, durch Aktivierung langsamer Calciumkanäle und über einen Natrium-Calcium-Austauschcarrier in die Zellen und wird dort von dem regulatorischen Protein Calmodulin gebunden [2]. Als Calcium-Calmodulinkomplex ist der Mineralstoff in der Lage, zellspezifische Antworten auszulösen. Im Vordergrund steht die Aktivierung von Kinasen, die ein oder mehrere Proteine beziehungsweise Enzyme phosphorylieren. Die von Kinasen aktivierten Enzyme sind wiederum für wichtige zelluläre Stoffwechselvorgänge unerlässlich. Kinasen können auch auf indirektem Wege von Calcium aktiviert werden. Über calciumsensible Rezeptoren an der Zelloberfläche verschiedener Organe kann Calcium die Stabilität oder Aktivität zahlreicher Enzyme beeinflussen [2, 6, 10].  

Calcium ist Bestandteil folgender intrazellulärer Prozesse (freies intrazelluläres beziehungsweise zytosolisches Calcium). 

  • Muskelkontraktion - bei Erhöhung der intrazellulären freien Calciumkonzentration von 10-7 auf 10-6 bis 10-5 mol/l kommt es zur Aufhebung der Hemmung der Aktin-Myosinbindung durch die Bindung an Troponin, was zur Kontraktion der glatten und quergestreiften Muskelzellen führt; indem Calcium durch eine Calcium-ATPase und einen sekundär aktiven Natrium-Calcium-Austauschcarrier schnell wieder aus der Zelle entfernt wird, erfolgt der rasche Wechsel zwischen Kontraktion und Entspannung der Muskelfasern [2, 3, 17]
  • Freisetzung von Neurotransmittern, wie beispielsweise von den Aminosäuren Glutamat, Gamma-Aminobuttersäure und Aspartat sowie von den Monoaminen Noradrenalin, Dopamin, Serotonin und Octopamin [2, 3, 6, 17]
  • Hormonsekretion [2, 3, 6, 17]
  • Drüsensekretion [2]
  • Gewährleistung des Zellstoffwechsels [3, 17]
  • Zelldifferenzierung und -proliferation [3, 6]
  • Expression von Genen [3, 17]
  • Sehvorgang [6]
  • Glykogenstoffwechsel [6]
Calcium ist Bestandteil folgender extrazellulärer Prozesse (freies extrazelluläres Calcium)
  • Zell-Zelladhäsion [3, 6]
  • Stabilisierung der Zellmembran [2, 3, 10, 15, 17]
  • Gewährleistung der Gap Junctions - kanalartige Verbindungen zwischen benachbarten Zellen, die aus einem Protein, dem Connexin, bestehen; sie sind für den Austausch von niedermolekularen Signal-, Nähr- und Vitalstoffen unabdingbar und für die Regulation von Wachstums- und Entwicklungsprozessen von wesentlicher Bedeutung [17]
  • Abdichtung der Gewebsstrukturen - Epithelien - in Darm und Gefäßen [2]
  • Aktivierung der Blutgerinnungskaskade [2, 3, 6, 10, 15, 17]
  • Nerven- und Muskelerregbarkeit [3, 10, 15, 17] 

Literatur

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    Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe. 29-31, 124-132
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    Verwendung von Mineralstoffen in Lebensmitteln - Toxologische und ernährungsphysiologischen Aspekte Teil 2.
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